Das Phenibut (Beta-Phenyl-Gamma-Aminobuttersäure) ist ein Derivat der GABA (Gamma-Aminobuttersäure). Es durchdringt leicht die hämatoenzephalische Schranke, dank des Vorhandenseins eines Methylrings. Das Phenibut wurde entdeckt und in die klinische Praxis in Rußland zum ersten Mal in den 60er Jahren eingeführt. Seit dieser Zeit wird es dort verwendet, um innere Unruhe und Angstgefühle zu lindern, und den Schlaf von neurotischen Patienten zu verbessern. Es besitzt nootropische (stimuliert die Kognition) und angstbewältigende Eigenschaften, und wird häufig mit den Tranquilizern Diazepam, Baclofen und Piracetam verglichen.
¤ Die Fähigkeit des Phenibuts zur Linderung von Angstzuständen wurde in zahlreichen Tiermodellen nachgewiesen. Sein Wirkungsmechanismus ist dem von zahlreichen Medikamenten, die dafür bekannt sind, die Angst beim Menschen zu lindern, ähnlich. Die Tierstudien haben so sein Profil mit dem von Diazepam und Piracetam verglichen. Sie haben gezeigt, dass das Phenibut einen ähnlichen beruhigenden Effekt, wenn auch geringer, wie der von Diazepam aufweist. Es besitzt ebenfalls einen schmerzstillenden Effekt und entspannt die Muskeln. Seine Wirkung ist auch dort weniger wirkungsvoll als die von Diazepam.
¤ In Rußland wird das Phenibut geläufig verwendet, um zahlreiche Neurosen, einschließlich posttraumatische Störungen, das Stottern oder die Schlaflosigkeit, zu behandeln. So hat die Verabreichung von 0,25 bis 0,5 g dreimal täglich die intellektuellen Funktionen und die körperliche Kraft verbessert und gleichzeitig die Müdigkeit und die Asthenie von neurotischen und psychotischen Patienten verringert. Seine Wirksamkeit bei der Behandlung von psychologischen und psychatrischen Störungen wurde mit der von Diazepam verglichen.
¤ Nachforschungen mit Tieren und Menschen unterstützen, dass das Phenibut eine nootropische Aktivität, die der von Piracetam ähnlich ist, ohne aber genauso wirkungsvoll zu sein, besitzt.
¤ Das Phenibut weist, genauso wie die Nootropika, einen Neuronenschutz auf. Es schützt bei Patienten, die aufgrund einer Erkrankung an Parkinson behandelt wurden, die dopaminergen Neuronen und verbessert ihren Zustand.
¤ Das Phenibut scheint ebenfalls Eigenschaften zu besitzen, die dazu fähig sind, gegen die Tabak- oder Alkoholabhängigkeit zu kämpfen. Es hat Rauchern während des Entzugs erfolgreich gegen die Lust, wieder zu rauchen, geholfen, da sein beruhigender Effekt die Angstgefühle, die häufig in solchen Situationen auftreten, vermeidet.
Das Phenibut ist völlig gut kurzen Stress- oder Angstperioden angepaßt, ist aber bei einer länger andauernden Verwendung wenig angebracht. Der Organismus entwickelt ein Abhängigkeitsgefühl gegenüber zahlreichen Effekten des Phenibuts (wahrscheinlich nicht gegenüber seiner nootropischen Wirkung). Die ersten Anzeichen einer Abhängigkeit erscheinen ab dem 5. Einnahmetag. Aus diesem Grund wird es im allgemeinen über Zeiträume von ein bis zwei Wochen verwendet.